Autogenes Training
Ruhe von innen heraus – mit der Kraft der eigenen Gedanken
Nach belastenden Lebensphasen, einer Erkrankung oder anhaltendem Stress fällt es vielen Menschen schwer, wirklich abzuschalten. Die Gedanken kreisen weiter, der Körper bleibt angespannt und Erholung kommt zu kurz.

Hier setzt Autogenes Training an: Mit inneren Vorstellungen und einfachen Formeln kannst du dich bewusst auf Ruhe und körperliches Wohlbefinden konzentrieren. Schritt für Schritt kannst du dabei erfahren, dass du selbst etwas für deine Entspannung und Erholung tun kannst. Autogenes Training kann besonders interessant sein, wenn du einen mentalen Zugang zur Entspannung bevorzugst und gerne mit deiner eigenen Vorstellungskraft arbeitest.
Was ist Autogenes Training?
Autogenes Training ist ein wissenschaftlich anerkanntes Entspannungsverfahren, das Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Berliner Arzt Johannes Heinrich Schultz entwickelt wurde. In der Grundstufe konzentrierst du dich auf bestimmte Körperempfindungen und verbindest sie mit einfachen inneren Formeln. Dazu gehören beispielsweise Vorstellungen von Schwere, Wärme und Ruhe sowie die Wahrnehmung eines ruhigen Atems oder Herzschlags.
Dabei geht es nicht darum, die gewünschte Empfindung mit Anstrengung herzustellen. Vielmehr lässt du die jeweilige Vorstellung auf dich wirken. Die Entspannung darf dabei zunehmend aus dir selbst heraus entstehen.
Wie können Gedanken zur Entspannung beitragen?
Vielleicht fragst du dich: Wie können Vorstellungen dazu beitragen, dass sich auch der Körper entspannt? Gedanken, Vorstellungen und körperliches Erleben sind eng miteinander verbunden. Wenn du dich beispielsweise mit Ruhe, Schwere oder Wärme beschäftigst, kann dies eine körperliche Entspannungsreaktion unterstützen.

Dabei geht es nicht darum, Gedanken vollständig abzuschalten. Du gibst deinen Gedanken vielmehr eine andere Richtung.
Statt dem Gedankenkarussell weiter zu folgen, entsteht ein neuer innerer Fokus. So kann es leichter werden, Abstand zu belastenden Gedanken zu gewinnen und wieder stärker bei dir anzukommen.
Für wen ist Autogenes Training geeignet?
Autogenes Training kann besonders interessant sein, wenn du
nur schwer zur Ruhe kommst, obwohl du eigentlich erschöpft bist,
viel grübelst oder deine Gedanken schlecht abschalten kannst,
dich durch Stress oder belastende Ereignisse im Leben angespannt fühlst,
einen eher mentalen Zugang zur Entspannung bevorzugst,
gerne mit inneren Vorstellungen arbeitest,
einen eigenen Zugang zu Ruhe und Erholung entwickeln möchtest.
Auch nach gesundheitlichen Herausforderungen oder belastenden Lebensphasen kann es hilfreich sein, sich wieder bewusster mit den eigenen Bedürfnissen und Ressourcen zu verbinden. Dabei geht es nicht darum, besser zu funktionieren. Es geht darum, einen Weg zu finden, der dich unterstützt und dir guttut.
Von der inneren Ruhe zur Selbstwirksamkeit
Autogenes Training kann eine wichtige Erfahrung ermöglichen: Ich kann meine Aufmerksamkeit bewusst lenken. Ich kann mir Zeit für Ruhe nehmen. Ich kann selbst etwas für meine Erholung tun.

Darin kann Selbstwirksamkeit entstehen – die Erfahrung, selbst Einfluss nehmen und etwas für das eigene Wohlbefinden tun zu können. Und manchmal ergeben sich daraus weitere Fragen:
Was brauche ich gerade?
Wann brauche ich eine Pause?
Wo gehe ich über meine eigenen Grenzen?
Was gibt mir Kraft?
Gerade nach einer belastenden Erkrankung können solche Fragen an Bedeutung gewinnen. Dann geht es vielleicht nicht nur darum, besser zu entspannen, sondern auch darum, wieder Vertrauen in sich selbst zu entwickeln, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen und herauszufinden, was im eigenen Leben heute wichtig ist.
Entspannung darf gelernt und ausprobiert werden
Autogenes Training ist eine klar strukturierte Methode und gleichzeitig eine persönliche Erfahrung. Nicht jede Übung fühlt sich für jeden Menschen gleich an. Deshalb darfst du ausprobieren, wahrnehmen und deinen eigenen Zugang zur Entspannung entwickeln.
In meinen Kursen lernst du Schritt für Schritt die Grundübungen des Autogenen Trainings kennen und übst, sie selbstständig im Alltag anzuwenden. Ergänzend können Atemübungen, Achtsamkeitsimpulse, Körperwahrnehmungsübungen oder Phantasiereisen Raum bekommen.
Der Kurs ist ruhig aufgebaut, alltagsnah und frei von Leistungsdruck. Nicht die perfekte Ausführung steht im Vordergrund, sondern die Erfahrung: Was verändert sich, wenn ich mir bewusst Zeit für mich und meine innere Ruhe nehme?

Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung?
Beide Methoden können einen Weg zu mehr Ruhe und einem bewussteren Umgang mit Stress eröffnen, ihre Herangehensweise ist jedoch unterschiedlich. Bei der Progressiven Muskelentspannung steht der Körper stärker im Mittelpunkt. Beim Autogenen Training arbeitest Du mit deiner Vorstellungskraft.
Welche Methode für dich passend ist, hängt von deiner Persönlichkeit, deiner aktuellen Lebenssituation und deinen Bedürfnissen ab. Wichtig ist, dass du dich mit der Methode wohlfühlst und sie dich im Alltag wirklich unterstützt.
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